Donnerstag, 19. Mai 2016

EMC - die Zweite

Immer aufwärts an der Mosel...
(Bild: H. Teusch)
Neben theoretischen Rückblicken auf die Zeit als Leichtgewichtsruderer im Rahmen des Vortrages am ISPM (LINK), versucht Matthias praktisch wenigstens etwas seiner Form und Fitness durch Mountainbikerennen zu erhalten. Am Wochenende war es wieder soweit, sein zweiter Start im Rahmen des EMC, des Eifel-Mosel-Cup, stand auf dem Plan. In Neef an der Mosel zeigte sich, dass man die Weinberge in unserer Heimatregion auch als Sportareal nutzen kann und so ging es auf Weinbergswegen vor allem aufwärts, um nach einer kurzen Schussfahrt nach Neef hinein wieder die nächste Runde mit einem langen Anstieg zu beginnen.
...und bergab wieder ins Ziel (Bild: P. Bohn)
Das Rennen an sich ist schnell erzählt. Nach einem "Kaltsart" (aufgrund etwas mangelhafter Reiseplanung war das Eintreffen "just in time")  ging's gleich schwer nach oben und das war dann auch der Teil der Strecke in dem Matthias punkten konnte. Die Abfahrt auf einem teils etwas schmierigen Singletrail lag ihm dagegen nicht ganz so gut, so dass einiges des im Anstieg hart erabeiteten Vorsprungs auf einige Konkurrenten wieder schmolz. Zwischendurch gab's sogar noch etwas Anschauungsunterricht von Weltcup- und WM-Starter Wolfram Kurschat als dieser Matthias überrundete. Letztschlussendlich kam Matthias auf einem ganz ordentlichen 26. Gesamtrang ins Ziel und wurde in seiner Altersklasse (SEN 1-Hobby) Dritter. Die Ergebnisse sind HIER verlinkt.

"Gewichtmachen - Routine für Athleten, Alptraum für Ärzte?

Matthias im Vortrag am ISPM (Bild: ISPM)
In der vergangenen Woche war Matthias an der Universität des Saarlandes am Institut für Sport- und Präventivmedizin (ISPM) zu Gast. Er referierte im Rahmen der Veranstaltung "Gewichtmachen -  Routine für Athleten und Trainer, Alptraum für Ärzte" gemeinsam mit dem Verbandsarzt der Gewichtheber Dr. Dominik Dörr. Matthias' Teil war es, die Erfahrungen in Sachen "Gewichtmachen" aus der Athletenperspektive zu beschreiben. Hier konnte er aufgrund seiner langjährigen Erfahrung in der Leichtgewichtsszene den rund 35 Anwesenden einen tieferen Einblick in die Gewichtsentwicklung bei Leichtgewichtsruderern und die Abläufe vor und während Regatten geben. Dr. Dörr übernahm dann die medizinische Betrachtung und konnte viele der von Matthias aufgegriffenen Aspekte aufgreifen und aus Sicht eines Arztes erläutern, hier zeigten sich (erstaunlich) viele Parallelen zwischen dem Gewichtsmanagement der Ruderer und dem der Gewichtheber und das von Matthias geschilderte Vorgehen der Ruderer wurde als noch im medizinschen vertretbaren Rahmen bewertet. Die Zuhörer der Vorträge stellten am Ende eine Reihe von interessierten Fragen zur Vertiefung der Thematik, so dass sie hier noch eine lebhafte Gesprächsrunde entwickelte.

Mittwoch, 11. Mai 2016

6 Stunden statt 6 Minuten Rennen...

Here we go! Der Start... (Bild: vtt esch)
Nach unserem eigentlichen Plan für 2016 waren am vergangenen Wochenende die Europameisterschaften der Ruderer ein fett markierter Programmpunkt. Da wir aber in der Zwischenzeit aus dem Lgw.-Viererprojekt und dem Spitzenrudern ausgestiegen sind, sind wir nun auf der Suche nach anderen Zielen und Herausforderungen. Jost ist in der Hauptsache bestrebt, sein Ruder-Knowhow an seine Athleten in Koblenz weiterzugeben, Matthias versucht im Job voranzukommen und kann das Sport treiben noch nicht so ganz lassen. Was lag also näher, als parallel zur EM in Brandenburg ebenfalls ein Rennen zu bestreiten? Allerdings nicht, wie oft im Vierer üblich, in rund 6 Minuten, sondern über 6 Stunden! Und auch nicht auf dem Wasser, sondern auf dem Mountainbike. Schauplatz des Ganzen war Esch/Alzette in Luxemburg und Rahmen war die "European Mountainbike Challenge" (immerhin auch was mit Europa...), eine 6h-Rennserie mit Rennen in GER, LUX und FRA. Definitiv bekommt man hier mehr Rennen für's Startgeld als bei einer Ruderregatta, aber Matthias musste auch erleben, dass die zweite, die harte, Hälfte des Rennens aber eben auch 36mal so lange dauert wie bei einem Ruderrennen und dann wird der Kampf schon ganz schön lang! Ab dem Ende der zweiten Stunde ging es vor allem darum den "Motor" nicht zum Platzen zu bringen und die Kräfte so einzuteilen, dass es für die volle Renndauer halten würde. Ein Nachteil des Formates in Esch war, dass man auf der 5km langen Runde nicht mitbekam, wo man lag, von daher fuhr man eher ein Rennen gegen den inneren Schweinehund, denn gegen andere Starter. Aber in Summe gelang das dann ganz gut: nach 21 Runden (~113km) erreichte Matthias dann die 6 Stunden-Marke und dieses Ergebnis brachte ihn auf Rang vier der Einzelfahrer-Wertung (das Ergebnis nach den einzelnen Klassen ist HIER verlinkt).
Noch einmal zurück nach Brandenburg: einen herzlichen Glückwunsch an alle Freunde und Bekannten, die sich dort bei widrigen Bedingungen durch die Wellen kämpften und Medaillen errudern konnten!

Dienstag, 22. März 2016

Zeit für Neues! - Time to say goodbye!

letzte Reste im OSP...
Liebe Freunde, mein aktuell laufender Umzug aus dem "Haus der Athleten" am Olympiastützpunkt in Saarbrücken (Rückblick zum Einzug) ist das wohl deutlichste Zeichen, dass für mich ein Lebensabschnitt zu Ende geht! Nach meiner halberfolgreichen Leichtathletik-"Karriere" als Schüler und selbst bei meiner ersten DM-Medaille im Jahr 2000 hätte ich mir nicht gedacht, dass mich das Thema Spitzensport bis weit in meine 30er Lebensjahre begleiten würde! Unglaublich! Es waren, trotz aller Widrigkeiten und Hindernisse, tolle Jahre! Selbst meinen "Comeback"-Versuch seit Herbst 2014 der leider, abgesehen von einem persönlichen Ergo-Bestwert, ohne greifbare Erfolge blieb, bereue ich kein bisschen...
Erste DM-Medaille: Bronze
im U23-Einer, 2000
Aber Pathos beiseite: es waren vor allem lehrreiche Jahre und spannende Jahre! Die Erfahrungen in den Rennen und in den inneren Kämpfen, die man als Sportler führt, haben mich wohl ebenso für's Leben geprägt, wie der Umgang mit Verletzungen und Rückschlägen. Spannend waren natürlich auch ganz besonders die vielen Menschen, mit denen man Kontakt hatte, egal ob Fans, Mitruderer, Gegner oder Trainer (selbst die vielen Leute, die man lieber nicht kennengelernt hätte sind eine wichtige Erfahrung!). Bei vielen Menschen gilt es sich nach all den Jahren noch einmal zu bedanken, wahrscheinlich kann man gar nicht alle nennen, ohne Gefahr zu laufen, den ein oder anderen zu vergessen (dafür schonmal ein "Sorry" im Voraus).
Großartiges Jahr, großartige Crew:
erstes DM-Gold und WM-Medaille, 2003
Ganz besonders prägend aber sicher meine Trainer: Wolfgang Handel und Mäx, die sicher die schwersten Zeiten mit mir mitmachen. Mäx hat mir insgesamt sicher das meiste mit auf den Weg gegeben und mich am meisten geprägt, Danke! Dann führte der Weg zu Uwe Bender und den beiden WM-Titeln 2009 und 2012. Zum Abschluss meiner Laufbahn vermittelte mir Robert Sens noch einmal neue Einblicke ins Rudern und neuen Drive & Spirit. Nichts geht ohne Mitstreiter im Boot. Ganz zuvorderst natürlich mein Bruder Jost, der mich über viele Jahre als zuverlässiger Boots- und Zimmerpartner begleitete und sicher auch das ein oder andere Mal mit mir zu kämpfen hatte.
Triumph in Poznan: WM-Gold im LM 4-!
Neben Jost vielen Dank (chronologisch) an meine Nationalmannschaftskameraden Nils Ipsen (2003/ 04), Jörg Lehnigk (2003), Jens Wittwer (2003/ 04), Nils Budde (2004), Jost Schömann-Finck (2006/ 07/ 09/ 11/ 12), Matthias Veit (2006/ 07/ 08), Björn Steinfurth (2006/ 07), Christian Scherhag (2006), Lutz Ackermann (2006/ 07), Alexander Bernhard (2006), Marc Rippel (2006/ 08), Felix Erdmann (2006/ 07), Ole Rückbrodt (2007), Martin Rückbrodt (2007), Joel El-Qalqili (2007), Axel Schuster (2008), Bastian Diemann (2008), Jonas Schützeberg (2008/ 12), Olaf Beckmann (2008), Martin Sauer (2008/ 12), Adrian Bretting (2008), Jochen Kühner (2009/ 11/ 12), Martin Kühner (2009/ 11/ 12), Bastian Seibt (2012), Lars Wichert (2012), Christian Hochbruck (2012) für spannende Rennen und insgesamt sieben gemeinsam erruderte WM-Medaillen!
Lange Jahre starker Partner: Bruder Jost
Dazu kommen viele nationale und internationale Ruderkameraden, mit denen man harte Kämpfe ausgefochten hat, aber mit denen man auch gute Zeiten verbrachte. Natürlich wäre das alles nicht möglich gewesen, ohne viel Support an Land durch die Vereine (RG Zeltingen, VW Mannheim, Mainzer RV, RV Saarbrücken, hier besonders: Bob Förster!), die verschiedenen medizinischen und physiotherapeutischen Fachleute (insbesondere Uli Kau, Thorsten Amann, Sportmedizin der Uni Saarbrücken, OSP-Physios und Sportsmed Saar, insbesondere Oli Muelbredt),  Förderinstitutionen wie den LSVS, OSP Rheinland-Pfalz/Saarland, die Deutsche Sporthilfe und die Landessporthilfe.
Der Schlussakt: letztes Viererrennen und -sieg
in Dortmund (Bild: D. Seyb, rudern.de)
Großen Dank auch an meine Arbeitgeber, dass sie mich unterstützten: Onkologie Rhein-Main, Stiftung Leben mit Krebs und dann in den letzten Jahren herausragend die DHfPG/BSA-Akademie. Ohne den Rückhalt von Geschäftsführung und Kollegen, wäre das Abenteuer der letzten beiden Jahren nicht möglich gewesen! Zuletzt ein Dank an meine Familie, die vielen Fans (insbesondere an der Mosel), die Leser von schnellundleicht und die Freunde und lieben Menschen, die die Zeit mit mir verbracht haben und mich in Sachen Rudern unterstützten! Danke Euch allen und auf eine gute Zukunft! Ich bin optimistisch für das was kommt und hoffe, den ein oder anderen von Euch das ein oder andere Mal wieder zu treffen!

Euer Matthias

P.S.: Natürlich müssen wir nun mal überlegen, wie es nach 530 Posts mit www.schnellundleicht.com weitergehen soll! Ganz schnell und ganz leicht werden Jost & ich ja wohl nie wieder werden... Wir werden Euch auf dem Laufenden halten!