Donnerstag, 4. Mai 2017

Das hat ge-ROC-kt! Roc Marathon in Houffalize

Am Morgen bei 2 Grad
auf dem Kirchplatz von Houffalize
Nach der großen Ardennenschleife auf dem Rennrad ging es für Matthias gleich eine Woche später wieder Richtung Belgien, diesmal aber mit dem Mountainbike im Kofferraum, denn der erste Mountainbike-Marathon des Jahres stand an. Zur Saisoneröffnung und Formtest auf der Langstrecke hatte sich Matthias kein geringeres Rennen ausgesucht, als den Marathon des Roc d'Ardenne Festivals der mit seiner anspruchsvollen Strecke auch jede Menge Prominenz im Rahmen der UCI Marathon-Worldseries anzog.
Mit dem Auftritt bei der Lüttich-Bastogne-Lüttich Challenge hatte Matthias das Terrain im Grunde schon erkundet, nun sollte er kennenlernen, was sich jenseits der Straßen in den Wäldern verbarg und das war Natur pur! Allerdings auch teils steil, rau und anspruchsvoll! Zum Glück musste die Strecke bei Top-Wetter absolviert werden, bei nassen Bedingungen wäre es wohl ein langer Tag geworden! So aber ging es auf trockenem Untergrund gut voran und trotz des ein oder anderen Staus inmitten des Hobbyfeldes hattte Matthias seinen Spaß und konnte vons einem Startplatz im letzten Startblock heraus viele, viele Plätze gut machen. Gegen Ende des Rennens konnten, als besondere Motivation, sogar noch einige der World-Series-Starter, die 20min vor Matthias gestartet waren, überholt werden. So ging das Rennen dann nach etwas mehr als vier Stunden zu Ende, deutlich schneller als kalkuliert und auch eigentlich besser als kalkuliert. Die Ausdauer scheint da zu sein, so dass Matthias bei seinen nächsten Auftritten auch etwas aggressiver zu Werke gehen kann, um noch etwas weiter vorzufahren. In Houffalize reichte es zum 17. Platz unter den Hobbyfahrer (und dem 9. Platz in der Altersklasse; HIER der Link zum Ergebnis des Hobbyrennens). Selbst im stark besetzten Lizenzfahrer-Feld wäre (im Zeitvergleich) noch ein Top 80 Platz drin gewesen, immerhin...
Geschafft!
Also, kurzum: eine erneut schöne Reise in die Ardennen und ein ermutigender Auftakt für die Marathonsaison 2017!

Samstag, 29. April 2017

"La Doyenne" - der zweite Klassiker-Selbstversuch in diesem Frühjahr



Die Streckenführung
durch die Ardennen
Nachdem das Wochenende auf dem Kopfsteinpflaster Nordfrankreichs eine solch super Erfahrung war, legte Matthias am vergangenen Wochenende noch einmal nach: es ging in die Ardennen zu Lüttich-Bastogne-Lüttich, zur "La Doyenne", dem ältesten Eintagesklassiker im Radsport und dem letzten Radsport-"Monument" im Frühjahr. Im Gegensatz zur leicht gekürzten Strecke in Roubaix (wo die ersten 70km "abgeschnitten" wurden), waren bei der "Lütttich-Bastogne-Lüttich Challenge" alle 265km des Profirennens zu absolvieren plus 7km zurück zum Startpunkt. Also mehr Kilometer als Matthias jemals nonstop im Sattel zurückgelegt hatte. Dementsprechend groß waren sowohl Vorfreude wie Respekt, denn diese Monsterdistanz wird beim großen Ardennenklassiker ja noch mit Monster-Höhenmetern und meist miesem Wetter "garniert". Es konnte also heiter werden...
Immer im Blick: Liste
der Côtes und der
Verpflegungsstellen
Wie zu erwarten, war am Start in Lüttich denn auch das Wetter grau, kalt und trübe. So ging's dann um kurz vor sieben auf die Strecke. Durch's Stadtgebiet von Lüttich war schnell eine Gruppe gefunden, aber schon ab dem Stadtrand kamen die ersten Steigungen und an koordinierte Tempoarbeit in einer Gruppe war nicht mehr zu denken. Statt dessen ging es ab da (und weitgehend für den Rest des Tages) für Matthias meist solo den Berg hinauf, um in den flacheren Stücken ab & zu Mitstreiter aufzusammeln (die sich meist höflich im Hintergrund hielten), um dann bergan wieder als Solist zu agieren. Schade für's Tempo, aber andererseits war es ja auch kein Rennen und angesichts von einigem Regen in der ersten Tageshälfte blieben einem so Dreck vom Hinterrad des Vordermanns und heikle Fahrsituationen erspart. Nach vielen leicht welligen Kilometern wurde der Kurs dann ab La Roche-en-Ardenne zunehmend profilierter und zeigte allmählich seine Zähne. Am Wendepunkt in Bastogne dann Kräftesammeln und Verpflegen für den deutlich längeren und anspruchsvolleren Rückweg und hier ging es dann zunehmend zur Sache! Insbesondere die teilweise über 15% steilen "Côtes" (hier hervorzuheben die Côte de la Ferme Libert mit im Mittel 12% auf 1200m) saugten die Kraft aus den Beinen und wenn's flacher wurde, tat der Wind sein übriges. Andererseits bekam man aber auch etwas geboten: Natur, Gegenwind, berühmte Orte wie Spa, Industriegeschichte in den Lütticher Vororten und eben jede Menge Höhenmeter, die sich am Ende im großen Finale aus Côte de la Redoute, Côte de La Roche-aux-Faucon und Côte de Saint-Nicolas summierten. Nachdem aber auch die Côte de Saint-Nicolas bezwungen war, lockte das Ziel im Lütticher Vorort Ans! Hierfür musste man sich zwar noch durch etwas nervigen Stadtverkehr schlängeln, aber schlussendlich ging es dann doch die berühmte (und ziemlich steile) Zielgerade des Profirennens hinauf! Geschafft! Als "Cool-down" gab es dann noch die Rückfahrt zum Startpunkt auf der noch einmal ein paar Kilometer gesammelt wurden, so dass am Ende 271,8km und 4620 Höhenmeter auf dem Radcomputer standen (LINK zur Fahrt bei Strava)! Im Ziel ein sehr stolzes und erhabenes Gefühl diesen ältesten Radklassiker selbst bezwungen zu haben und das auch erstaunlich problemlos! Wunderbar!
Fazit: Wieder ein Ausflug der sich absolut gelohnt hat! Hoffen wir, dass die Radsaison so weitergeht!

Montag, 17. April 2017

Selbstversuch in der "Hölle des Nordens"

Legende des Radsports:
der Wald von Arenberg
Nach einem etwas durchwachsenen März hatte sich Matthias am vergangenen Wochenende eine ganz besondere Herausforderung vorgenommen: Die "Hölle des Nordens", den Radklassiker auf den Pflastersteinen in Nordfrankreich! Am Tag vor dem berühmten Profirennen gibt es für Hobbyfahrer die Möglichkeit die Strecke in Angriff zu nehmen. Zwar nicht ganz vom Start der Profis in Compiègne aus, aber doch mit allen der legendären Pavés! Und diese Pavés sind der absolute Wahnsinn! Alles, was man sich hier in Deutschland unter "Kopfsteinpflaster" vorstellt kann man getrost vergessen! Es rumpelt und rappelt an allen Ecken und man hat nach mehreren Dutzend Kilometern auf den Pavés zunehmend Mühe den Lenker festzuhalten und das Rad unter Kontrolle zu halten, ein absolut irres Erlebnis!
Nix für Langschläfer: Shuttle-Start um 5:00Uhr
Die Paris-Roubaix-Challenge ist zwar de jure kein Rennen sondern eine Radtouristik-Fahrt, jedoch sind hier jede Menge fitte Leute unterwegs, so dass die Jagd über's Pflaster auch in ordentlichem Tempo vonstatten geht! Bevor diese Jagd jedoch beginnt, startet um 5:00 Uhr in der Frühe der Transport zum Startort der 172km langen Strecke in Busigny. Alleine das ist ein einmaliges Erlebnis mit Dutzenden von LKW und Reisebussen! In Busigny dann ersteinmal der große Schock: Kälte und Nebel! Letzteres sorgte für etwas innere Unruhe, da der Verkehr ja weiterläuft. Aber der Nebel lichtet sich nach einer knappen Stunde und warm wurde es dann doch spätestens aber dem ersten Pavé, denn diese Stücke erfordern, dass man mit ordentlich "Zug" drüber fährt. So wurde dies ein unterhaltsamer Tag, denn die Pavés sorgen dafür, dass man die Länge der Strecke gar nicht so wahrnimmt. Zudem war bald eine gute deutsch-südafrikanische Gruppe gebildet, mit der Matthias gut durch die Lande rollte.
Carrefour de l'Arbre: im
Training noch alles glatt gegangen...
Alles lief auch wirklich prima, bis zum letzten schweren Pavé, dem Carrefour de l'Arbre. Hier ging erst durch das Gerüttel Matthias's Radweste (aus der Trikottasche) verloren und dann ging dem Vordereifen die Luft verloren. Hier also leider 30min unfreiwilliger Aufenthalt (durch erfolglose Westensuche und Schlauchreparatur), aber dann mit Wut im Bauch und Druck auf dem Pedal das letzte Stück nach Roubaix (hier leider ziemlich undurchdringlicher Verkehr) zur weltberühmten Radrennbahnmit der abschließenden "Ehrenrunde" auf der Bahn. Geschafft!
Angekommen im Velodrom!
Die Pavés hatten zwar am Carrefour ihre Zähne gezeigt, aber Matthias war doch in Summe gut durchgekommen! Ein absolut spannendes Erlebnis, dass die Leistung von Radprofis und vor allem Radkonstrukteuren in einem anderen Licht erscheinen lässt, denn die Belastungen für Mensch und Maschine auf den Kopfsteinstücken ist brutal!
Das Profirennen am Sonntag verfolgte Matthias auch noch (im Wald von Arenberg und dann im Velodrom), ein eindrucksvolles Erlebnis! Einerseits die Leistungen der der Fahrer, andererseits die positive, enthusiastische Stimmung unter den Fans! Absolute Werbung für den Radsport! In Summe also ein lohnender Kurzurlaub, der am Montag noch mit einer Tour auf dem Parcours der Flandernrundfahrt und einem Kaffee bei Jost in dessen Trainingslager in Gent abgeschlossen wurde!
Nachzügler des Profirennens
im Wald von Arenberg
Fußballatmosphäre im Velodrom
Ein harter Tag für die Profis!



Dienstag, 14. Februar 2017

Boston: wieder eine Reise wert!

Es ist wieder Februar und seit einigen Jahren bedeutet das für Matthas: "it's hammertime!", denn seit 2013 geht er regelmäßig auf die Jagd nach dem Hammer, der Siegestrophähe bei der inoffiziellen Indoor-Ruder-Weltmeisterschaft, den C.R.A.S.H.-B Sprints in Boston. So ging es auch am vergangenen Donnerstag mit dem deutschen Concept2-Team auf nach Boston und zum Glück konnte der Flieger mit der deutschen Truppe noch in Boston landen. Ein Glück das wegen Blizzard nicht
Super Show! Eishockey bei den Bruins
allen Teams vergönnt war. In Boston dann das mittlerweile gewohnte Programm: Training morgens um 6 und ansonsten eine Mischung zwischen Erholung und Stadbesichtigung. Zum "Rahmenprogramm" gehörte in diesem Jahr auch ein Besuch bei einem NHL-Spiel der Boston Bruins, sehr empfehlenswerte Unterhaltung!
"Power on!" Im Rennen zusammen mit
Concept2 Headcoach Boris Orlowski
(Photo: Concept2 Germany)
Am Sonntag dann der große Tag: die Rennen in der Agganis-Arena standen an! Für Matthias war in diesem Jahr die Spannung etwas größer, denn welche Leistung würde er mit seinem doch etwas reduziertem Training abliefern können? Um es kurz zu machen: da ging einiges! War das Aufwärmen noch etwas zäh gewesen, so kam Matthias im Schlepptau von Damian Alonso (ESP) richtig gut ins Rennen und konnte bei der Aufholjagd auf den spanischen Schnellstarter einen richtig guten Rhythmus entwickeln und sich spätestens ab der 400m-Marke zunehmend weit in Führung schieben. Concept2-Headcoach Boris Orlowski führte Matthias dann auch souverän über das bei Ergorennen immer rennentscheidende Mittelstück. Für das letzte Drittel des Rennens war Matthias den Verfolgern schon ordentlich enteilt und die spannende Frage war, ob er noch die 6:16min-Grenze knacken könnte. Und auch das gelang an diesem Top-Tag noch und am Ende stand eine Zeit von 6:15,7min und 6,1sec Vorsprung auf Silbermedaillengewinner Andrew Neils (USA) zu Buche. Bronzemedaillengewinner Marschall Godschalk (NED), ein alter Gegner aus dem NED LM8+ bzw. LM4-, kam mit einer Zeit HIER der Link zum Race Replay und HIER der Link zum Rennergebnis.
Siegerehrung mit Bronzemedaillen-
gewinner Marschall Godschalk (NED)
(Photo: Concept2 Germany)
von 6:22,9min ins Ziel. Damian Alonso (ESP) wurde für seinen mutigen Start nicht belohnt und kam auf Rang 4 ins Ziel. Trotz dem recht kleinen Meldefeld ein wahrlich internationales Ergebnis! Damit war dann Hammer Nr. 4 gesichert und nach dem zweiten Rang vom Vorjahr konnte Matthias wieder den mittleren Treppchenplatz einnehmen.
Somit war Boston auch 2017 wieder eine Reise wert! Wie gehabt eine super Kombiantion aus Sport, Städtereise und Leute treffen! Gerne wieder in 2018 und auf diesem Weg vielen Dank an Concept2 für die Organisation der Reise!
Der "Tatort": die Agganis Arena der Boston University