Montag, 29. Februar 2016

Silber in Boston am Ende einer ereinigsreichen Woche

Wer hätte noch vor Wochenfrist gedacht, dass Matthias dieses Jahr bei den C.R.A.S.H.-B's den inoffiziellen Indoor-Weltmeisterschaften starten würde...? Aber manchmal kommt dann doch alles anders als man denkt! Und so führte Matthias' Nichtberücksichtigung für den deutschen Leichtgewichtsvierer (LINK) und eine große Zahl darauf folgender Gespräche am letzten Dienstag zu der Entscheidung das Lgw.-Projekt des deutschen Ruderverbandes zu verlassen. Denn damit ist dann das große Ziel "Olympia" dahin. Zu diesem Thema vielleicht die Woche mehr, wenn alles noch bissl besser sortiert ist...
Das Concept2 Team Germany
(Bild: Concept2 DACH)
Von daher bot aber Boston natürlich eine Top-Gelegenheit für eine Abschiedsvorstellung und so wurde mit Hilfe von Concept 2 Germany noch das unmögliche möglich gemacht und noch ein Platz in der Reisegruppe bereitgestellt. Vielen Dank an die Verantwortlichen bei Concept 2, Natali und Boris, für Eure Hilfe! Generell großer Dank an Concept 2 für die Organisation der Reise, die man jedem Ruderenthusiasten nur empfehlen kann!
Am Donnerstag Vormittag ging's dann los über den großen Teich und in Boston erwartete uns Kaiserwetter, so warm wie in den vergangenen Jahren noch nie und kein Schnee! Das Rennen am Sonntag warf seine Schatten voraus: Training im Hotel und der Versuch der Zeitanpassung waren in den vergangenen Tagen vordringlich.
Am gestrigen Sonntag dann der große Tag: mutmaßlich eines der letzten
Im Rennen unterwegs
(Bild Concept2 DACH)
Leichtgewichtsrennen von Matthias. Schon ein komisches Gefühl! Aber für Sentimentalitäten war wenig Raum, denn einige altbekannte Gegner wollten dem Seriensieger der letzten drei Jahre an den Kragen, allen voran Mike Farry (USA, Silber 2014) und Damian Alonso (ESP, Silber 2015). Demenstprechend wild ging das Rennen los, aber Matthias fand bald einen guten Rhythmus und führte bald das Feld mit einnem stabilen Tempo an. Alles soweit nach Plan... Bis dann die letzten 75sec des Rennens anbrachen! Von einem Schlag zum anderen verlor Matthias völlig den Punch und im selben Maße setzte Mike Farry zu einem beeindruckenden Endspurt an. An Ende konnte der US-Amerikaner 2sec Vorsprung auf Matthias herausfahren. Der brachte mit 6:17,8min eine für ihn eher mittelprächtige Zeit ins Ziel, konnte sich aber vor Europameister Alonso noch Silber sichern (LINK zum Ergebnis). Kurioser und brutal harter Rennverlauf, aber das ist Ergo fahren (LINK zum Race-Replay)! Über die Gründe für den Einbruch am Ende kann man viel spekulieren, das Portugal-Trainingslager, Jetlag, die doch eher unverhoffte Rennteilnahme...? Aber sicher gibt es etwas, das man besser machen kann und eine Revanche muss her! Von daher war das Ganze vielleicht noch nicht nicht das letzte Rennen von Matthias...

Dienstag, 23. Februar 2016

Jost verabschiedet sich als Vierter in Orta von der großen Ruderbühne

Am vergangenen Wochenende ist Jost auf dem Lago d'Orta seine letzte Regatta gefahren, hier sein Rennbericht und weiter unten noch einmal ein Fazit und Ausblick, aber lest selbst:

Die Saarbrücken/ Mainz/ Speyrer/
Trierer Reisegruppe, Jost mit der Nr. 1
Am Ende siegte doch jugendliche Unbekümmertheit vor Erfahrung: der junge Lasse Grimmer aus Erlangen sollte als dritter bester deutscher bei der Italian Sculling Challange werden, aber eins nach dem anderen…
Während es in Deutschland regnete und stürmte, schien zu meinem letzten großen Rennen die Sonne über dem Lago d‘Orta. 20 Grad, Windstill, fantastisches Urlaubswetter, und dann diese Kulisse, an einen der schönsten Flecken der Erde! Aber aus der Urlaubsstimmung wurde schnell wieder Wettkampffeeling. Als um 11:20 die ersten der Rund 60 Einer für die "Italian Sculling Challenge" ablegten, wehte wieder Regattaluft über den Lago d´Orta. Punkt 12:00 Uhr dann der Startschuss bei optimalen Bedingungen. Mit Startnummer 1 hatte ich natürlich die besten Vorraussetzungen bei diesem Massenstartrennen noch mal vorne zu landen. Zwar muss ich zugeben, dass ich seit meinem Rücktritt im Januar nur sehr sporadisch trainiert habe, aber die Erfahrungen der letzten 10 Jahre im internationalen Rudergeschäft sollten dann doch irgendwo helfen. Nach dem Start setzte sich aber zunächst die Startnummer 8 (Davide Magni) an die Spitze des Feldes. Der Gastgeber der Veranstaltung, der große Stefano Basalini erwischte ebenfalls einen guten Start, genauso wie Jose Casiraghi. Ich befand mich mit Francesco Rigon, Giorgio Tuccinardi, Lasse Grimmer und Paolo Ghidini aber in der direkten Verfolgergruppe. An der ersten Wendeboje, nach ca. 1500m, dann die ersten brenzligen Situationen, denn hier wollen alle wollen möglichst eng um die Boje. Ich hatte als Startnummer 1 zwar den direkten Weg, aber wenn alle zur Boje wollen wird es auch mit der Nummer 1 eng! Francesco Rigon und Giorgio Tuccinardi reagierten aber fair und mir wenigstens noch etwas Luft zum Atmen gelassen. Auf dem langen Weg zur Insel setzten sich dann elf Boote leicht vom restlichen Feld ab, unter anderem Julian Schneider, Mainzer Neuzugang aus Erlangen, und auch der Erlangener Junior Lasse Grimmer, der ein sehr starkes Rennen ablieferte. Der Schnellstarter Davide Magni sollte hingegen schnell an Boden verlieren. Vorne setzte sich hingegen Jose Casiraghi ab, das Leichtgewicht aus Mailand ging als erster um die Ecke an der Insel, und auch als erster um die Boje vor dem Ort Orta San Giulio. An besagter Boje musste ich leider etwas abbremsen, sonst hätte ich Stefano Basalini mit voller Breitseite versenkt! Das nutzten sowohl Lasse Grimmer wie auch Bassa um sich von mir etwas abzusetzen. Situation an der letzten Ecke, 750m vor dem Ziel: Casiraghi, vor Basalini, vor Grimmer und mir. Ich versuchte zwar noch einmal heran zu kommen, aber im Ziel sollte Lasse Grimmer mir die 100€ Preisgeld für den dritten Platz vor der Nase wegschnappen. Glückwunsch an Jose Casiraghi, der sich am Ende noch mal etwas absetzen konnte, und sich somit die 450€ Preisgeld vor Stefano Basalini sichern konnte. Als vierter beendete ich also das Rennen, vor dem Israeli Shvartsmah und Julian Schneider. Meine internationalen Weggefährten, die ich aus diversen 4er und 8er Rennen kennen gelernt habe folgten auf den Plätzen 7 (Tuccinardi), 8 (Rigon) und 29 (Vlcek). Es war super schön, noch mal gegen diese „alten“ Weggefährten anzutreten, sich noch mal auszutauschen und miteinander an dieser tollen Langstrecke teilzunehmen.
Aber bevor ich jetzt sentimental werde noch die Ergebnisse meiner „Reisegruppe“: Kathrin Morbe gewinnt die Frauenwertung und damit den Jackpot von 450€ vor der Vize-Weltmeisterin Imogen Walsh aus Großbritannien, Julia Hoffmann aus Speyer verpasst als vierte leider knapp die Preisgeldränge. Julian Schneider, wie oben geschrieben wird starker sechster, Simon Kern und Robin Köhler, die beiden MRV-Junioren werden gesamt 14. und 16. und sichern sich somit in der Junioren-Wertung hinter Lasse Grimmer aus Erlangen die Plätze zwei und drei. LINK zum Ergebnis.

Das war's! Relax!
Tja, jetzt zum sentimentalen, das war’s, 1993, ich kann mich noch genau erinnern wie meine Mutter am Ufer der Mosel neben mir her gelaufen ist als ich meine ersten Ruderschläge gemacht habe, 1993 sollte der Startschuss einer Ruderkarriere sein, auf die ich stolz bin! Drei mal Weltmeister, darunter der bis jetzt einzige WM-Titel eines deutschen Männer-Leichtgewichts-Bootes seit dem die Leichtgewichte im olympischen Programm sind. Dazu dreimal Vize-Weltmeister, Europameister, Vize-Europameister, Olympiateilnehmer, und und und. Sehr viele schöne Erinnerungen werde ich mitnehmen, in einen neuen Lebensabschnitt, auf den ich mich sehr freue. Mit Sicherheit werde ich auch noch mal irgendwo an einer Regatta als Ruderer teilnehmen, auf jeden Fall bei der Langstrecke „Um den grünen Moselpokal“ in Bernkastel! Aber in erster Linie werde ich mich ab nächster Woche um die Kinder und Junioren der Rhenania in Koblenz kümmern, und versuchen, das was ich an Begeisterung, Hilfe und Unterstützung als Aktiver bekommen habe, an die nächste Generation weiter zu geben. Hier bei www.schnellundleicht.com wird man somit in Zukunft nicht mehr soviel von sportlichen Auftritten meinerseits lesen, vielleicht mal ein MTB Marathon oder …

Aber bevor ich jetzt hier das Kapitel schließe, auf diesem Weg noch mal ein ganz ganz herzliches Dankeschön an alle die mich auf dem langen Weg unterstützt haben. Angefangen von meinen Eltern, über meine Trainer (Hans-Walter Beucher, Frank Loch, Michael Hippert, Diethelm Maxrath, Uwe Bender, Robert Sens), meine Arbeitgeber, die mir immer den Freiraum gegeben haben den ich zum Rudern brauchte, ganz besonders zu erwähnen die Ruderwerkstatt in Wetzlar. Dann ein dickes Dankeschön an alle die mich auf dem Weg auch finanziell unterstützt haben, Lydia und Udo Erbar, die Stiftung Deutsche Sporthilfe, die Landesporthilfe Rheinland-Pfalz/Saarland, und die Sportstiftung Saar. Und zum Abschluss noch ein Dankeschön an alle Vereine für die ich gestartet bin, oder bei denen ich ohne Probleme immer trainieren durfte. Das sind natürlich mein Heimatverein, die RG Zeltingen, die RG Treis-Karden, der Mainzer Ruderverein, der Ruderverein Saarbrücken und viele andere Vereine, wo man immer mal angedockt hat. Und jetzt zum aller letzten Abschluss, Danke an alle Mannschaftskollegen, die es mit mir im Boot ausgehalten haben ;-), besonders zu erwähnen, mein Bruder Matthias, Ralf Balthasar, die Kühner-Brüder, und viele viele andere. Und jetzt zum alleralleraller letzten Abschluss ein ganz ganz dickes Dankeschön an meine Frau Katharina! Vielen Dank für alles!

Samstag, 20. Februar 2016

Morgen zum letzten Mal die Nr. 1

Morgen mittag um 12 Uhr ist es soweit, zum letzten mal werde ich in meiner aktiven Ruderkarriere an den Start gehen. Auf dem malerisch gelegenen Lago d'Orta werde ich versuchen die 6km Massenstart-Langstrecke möglichst weit vorne zu beenden. Da der Vorjahressieger Romano Batisti nicht am Start ist werde ich zum letzten mal mit der Startnummer 1 der gejagte sein!Naja, seid meinem offiziellen Rücktritt vor vier Wochen hat die Fitness doch eher gelitten, aber die Erfahrung wird sich morgen auszahlen! Ich freue mich auf mein letztes großes Rennen, und ich freue mich auf die Zeit danach! Also liebe Fans, Freunde und Familie, drückt bitte morgen Mittag um 12 Uhr nochmal die Daumen! Viele Grüße aus Orta!

Freitag, 19. Februar 2016

Jost auf Abschiedstour unterwegs nach Orta

Enges Rennen 2015... (Bild: J. Vlcek)
Jost ist unterwegs auf seiner Abschiedstour nach Orta S. Giulio wo er in der Vergangenheit große Rennen auf der Langstrecke auf dem romantischen Lago d'Orta ablieferte (Links zu den Rennberichten von 2014 und 2015).
Am Sonntag geht es für die Einer wieder per Massenstart auf die 6km-Strecke und Jost wird sich noch einmal mit der Konkurrenz messen und sich zugleich von unseren italienischen Freunden als Aktiver verabschieden. Wir sind gespannt, was er berichten wird und ob er noch einmal zum Abschied ein großes Rennen aus dem Hut zaubern kann!

Bewegte Wochen am Rio Douro

Der Unterlauf des Douro
(Quelle: google Maps)
Zum Ende es ersten Portugal-Trainingslagers nun endlich ein Bericht vom Rio Douro. Die Leichtgewichte des DRV sind hier noch bis Morgen im Trainingslager und wir sieben Riemer und vier Skuller erleben spannende Tage! Vor allem das Wetter ist völlig unberechenbar, denn wir haben hier nun von Sonne über (Dauer-) Regen, Hagel, Sturm und daraus resultierendes Hochwasser so ziemlich alles erlebt. Ziemlich unglaublich! Dabei ist der Douro-Stausee im Grunde sehr schön gelegen und in schöne Landschaft eingebettet! Aber leider konnte unsere Gruppe daraus nicht den erhofften Nutzen ziehen und so musstem im Mittelteil des Trainingsagers einige Tage Indoor absolviert werden. Schade!
Nun da sich das Trainingslager dem Ende nährt, gab es weitere Schritte im Hinblick auf die Selektion des deutschen Leichtgewichts-Vierers für die Olympische Qualifikationsregatta im Mai in Luzern. Hier zeichnet sich nach verschiedenen Fahrten im Vierer ab, dass Matthias hinsichtlich des im Konzept der Trainer noch vakanten "Platz 3" (dem Platz hinter dem Schlagmann) leider schlechte Karten hat (andere Optionen der Bootsbesetzung wurden leider nicht getestet). Nun gilt es für Matthias zu überlegen, wie das Ganze Projekt für ihn weiterlaufen soll. Es bleibt also spannend, wenn auch leider auf einer anderen Ebene als von Matthias erhofft. Schauen wir mal... 
Kann sehr schön sein, Blick vom Hotel Porto Antigo!

Mittwoch, 3. Februar 2016

Zwischenstop...

Vor dem Trainingslager ist nach dem Trainingslager und Matthias ist für einen kurzen Zwischenstop in Saarbrücken angekommen, um mal wieder seinem Büro ein paar Besuche abzustatten, seine Wäsche zu waschen und die Taschen für die nächste Reise zu packen. Denn nach dem dreiwöchigen Trainingsblock in Hamburg, geht es am kommenden Freitag wieder los! Diesmal in Richtung Süden, genaugenommen Portugal, Porto Antigo in die Nähe von Porto. Hier soll auf dem Rio Douro eine Vorentscheidung fallen, wer im deutschen Lgw.-Vierer sitzen wird. Damit steigt also die Spannung im deutschen Vierer-ohne Projekt deutlich! Prognosen sind schwierig, denn wie welche Kombination funktionieren wird, lässt sich aktuell schwer voraussagen. Matthias ist auf alle Fälle nach dem Trainingsblock in Hamburg fit und bereit! Allerdings wird's wohl schwierig, den Weggang von Jost zu kompensieren, denn damit fehlt Matthias natürlich ein vertrauter Weggefährte und Zimmerpartner (in Trainingslagern nicht zu unterschätzen!) und dem ganzen Vierer-Projekt natürlich der erfahrenste Mann. Es wird spannend zu sehen, in welche Richtung sich die Sache nun bewegen wird! An dieser Stelle wird berichtet...!